COSMOS 2011 – Landesstrahlenschutzübung

Hunderte Satelliten stürzten seit dem Jahre 1957 ab. Zuzüglich anderer Teile wie ausgebrannter Raketenstufen und anderem „Weltraummüll“ insgesamt im Schnitt ein Objekt pro Tag. Passiert ist an sich nichts, da fast alle Fragmente verglüht oder ins Meer gestürzt sind. Nachweislich wurde bis heute nur ein Mensch durch ein künstliches Objekt aus dem All leicht verletzt. 1997 traf ein US-Raketenteil eine Frau in Oklahoma. Die Chance, dass sie so etwas trifft, ist äußerst gering. Heikler war der Absturz des Sowjet - Spionagesatelliten „COSMOS 954“ auf Nordkanada am 24. Jänner 1978. Seine Fracht, ein kleiner Atomreaktor als Energiequelle. Beim Absturz verteilte sich radioaktives Material über ein Gebiet von 124.000 Quadratkilometer zwischen dem Great Slave Lake und dem Baker Lake.

Am 24.09.2011 stürzten die Reste des inaktiven Forschungssatelliten „UARS“ der amerikanischen Weltraumbehörde NASA unkontrolliert in den nördlichen Pazifik und heuer soll noch einer kommen: der außer Kontrolle geratene deutsche Forschungssatellit „ROSAT“.

Satellitenabsturz über Österreich - radioaktive Satellitenfragmente verseuchen Teile des Landes. Dieses Szenario wurde am 8. Oktober 2011 in Kernhof (Bezirk Lilienfeld), trainiert. In etwa 115 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und des Roten Keuzes nahmen daran teil. Beübt wurde, wie kontaminierte Gebiete optimal gesichert und abgesperrt werden können, wie Spürtrupps Strahlenquellen auffinden, wie mit radioaktiv verunreinigtem Material gearbeitet und mit der verunsicherten zum Teil aufgebrachten Zivilbevölkerung umgegangen wird.

 Übungsteilnehmer der Strahlenschutzgruppe 22 - Bezirk Zwettl

  • BM Werner Sinhuber – FF Zwettl (Gruppenkommandant)
  • BI Paul Schulmeister – FF Sallingberg (Gruppenkommandantstellvertreter)
  • VI Ing. Alois Heindl – FF Neupölla
  • VM Herbert Langer - FF Großglobnitz
  • OBM Christian Schulmeister - FF Sallingberg
  • LM Wolfgang Gutmann - FF Göpfritz an der Wild
  • FM Domenic Christian – FF Zwettl

Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Satellitenabsturzes über Österreich als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt wird, möchten wir optimal für den Ernstfall vorbereitet sein.


Hier ein kurzer Einblick in die absolvierten Stationen:

Station 1:

Auffinden von Bruchstücken und Freimessen gelagerten Holz

Station 2:
Kontaminationskontrolle an einem Bergefass, Bestimmen des Transportindex und des Radionuklids sowie behelfsmäßige Berechnung der Aktivität 

Station 3:
Entnahme von Wasserproben, Bewuchsproben und Bodenproben jeweils mit Dosisleistungsmessungen sowie Ausfüllen des Probenbegleitschreibens unter Schutzstufe

Station 4:
Kontaminationskontrolle an besorgten Bewohnerinnen und Bewohnern mit Aufbau der Struktur des Kontaminationsnachweisplatzes und Dokumentation der erfolgten Messungen
 

Station 5:
Allgemeine Fragen zum Strahlenschutz, behelfsmäßige Berechnungen
Erstellen von Spüraufträgen für das Freimessen des verstrahlten Ortsgebietes

Bericht BFK Lilienfeld

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