Radioaktive Stoffe verseuchen Teile des Landes. Dieses Szenario wurde am 16. Oktober 2010 am Firmengelände der Firma CNH in St. Valentin (Bezirk Amstetten), trainiert. In etwa 100 Einsatzkräfte nahmen daran teil. Beübt wurde wie kontaminierte Gebiete optimal gesichert und abgesperrt werden können, wie Spürtrupps Strahlenquellen auffinden und wie mit radioaktiv verunreinigtem Material umgegangen wird.
Übungsteilnehmer der Strahlenschutzgruppe Zwettl
VM* Herbert Langer - FF Großglobnitz
OBM Christian Schulmeister - FF Sallingberg
OFM Joachim Jeitler - FF Großgöttfritz
Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Strahlenunfalls in Österreich als sehr gering eingeschätzt wird, möchten wir optimal für den Ernstfall vorbereitet sein.
Beispiele dafür sind z.B.: ein Satellit mit radioaktivem Antrieb stürzt ab und landet im Waldviertel, ein ADR Transporter mit radioaktiver Fracht verunfallt oder nach einer Explosion in einem Labor tritt radioaktive Strahlung aus.
Hier ein Einblick in den absolvierten Stationsbetrieb:
Station 1: Probenahme unter Schutzstufe
Bei den Probenahmen unter Schutzstufe wurde sehr hoher Wert auf das sorgfältige Anlegen des Schutzanzuges gelegt. Hierbei wurde unter größter Sorgfalt eine Bewuchs- bzw. Erdprobe genommen und verpackt. Dies dient im Ernstfall zur Feststellung der tatsächlichen radioaktiven Belastung der einzelnen Gebiete.
Station 2: Personen- und Material-Dekontamination
In der Annahme dass sich die einzelnen Strahlenspürer bei den zuvor getätigten Probenahmen kontaminiert haben, wurde im Anschluss eine reale Personen- und Material-Dekontamination durchgeführt. Hierbei wurde höchstes Augenmerk auf das richtige Ablegen der Schutzkleidung gelegt. Ebenfalls wurde während der Personendekontamination die Simulation eines medizinischen Notfalls unter Bedachtnahme auf die richtige Vorgehensweise geübt. Dies bestand unter anderem im Abnehmen der Atemschutzmaske, Notfallcheck, Lebensrettende Sofortmaßnahmen unter Beachtung eines Basis-Selbstschutzes (Einmal-Handschuhe, im Bedarfsfall Beatmungstuch), Abdecken mit Rettungsdecke usw.
Station 3: Fragen und Rechnen
Bei dieser Station wurden grundlegende theoretische Inhalte abgefragt und einfache einsatzbezogene Berechnungen durchgeführt, um das theoretische Wissen der einzelnen Strahlenspürer zu festigen.
Station 4: Auffinden von Strahlenquellen
Schadenslage: Satellit mit radioaktivem Antrieb stürzte ab !!!
Die einzelnen Strahlenschutzgruppen waren hierbei gefordert, entlang einer Straße die Transportroute für den Personen- bzw. Güterverkehr sicherzustellen. Wurde eine Strahlenquelle mit Hilfe eines Messgerätes festgestellt, so wurden die dementsprechenden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt wie z.B.: Absperrmaßnahmen, Markierungsarbeiten, Lageskizze, Errechnen der ungefähren Aktivität der Strahlenquelle usw.
Station 5: Portalmonitor-System
Um eine größere Personenmenge bzw. Fahrzeuge in einer kürzeren Zeit auf eine radioaktive Verstrahlung kontrollieren zu können, wurden in den letzten Jahren 5 Portalmonitor-Systeme durch den NÖ Landesfeuerwehrverband angekauft und in Niederösterreich verteilt. Die Strahlenspürer bekamen bei dieser Station eine Einschulung in den Aufbau, den laufenden Betrieb, sowie den Abbau des Portalmonitor-Systems. Unter anderem wurde das Freimessen von Kraftfahrzeugen geübt.